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Weihnachtsgeld gestrichen - Lehrernachwuchs ade


Unter dem Motto „Wo bleibt unser Weihnachtsgeld?“ versammelten sich am 13. Dezember hunderte Beamte und Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst vor der Staatskanzlei in Dresden, um gegen die Streichung des Weihnachtsgeldes zu demonstrieren.

Nicht nur Beamten fehlte im Dezember das Weihnachtsgeld. Auch den Lehrerinnen und Lehrern im Vorbereitungsdienst wurde die jährliche Sonderzahlung gestrichen. Der Freistaat zeigt mal wieder, wie konsequent er mit seinem dringend benötigten Nachwuchs umgeht: Wenn es um den Bruttoverdienst geht, orientiert man sich an der Anwärterbesoldung von Beamten. Schließlich ist man jedoch im Gegensatz zu den Beamten auf Widerruf in anderen Bundesländern angestellt und die Sozialabgaben werden abgezogen. Als Beispiel: Eine Lehrerin im Vorbereitungsdienst am Gymnasium bekommt 1173 Euro brutto und damit i.d.R. 884 Euro netto. Das ist unterhalb der Armutsgrenze von 930 Euro!

Nun wurde ihnen auch noch zusammen mit den Beamten das Weihnachtsgeld gestrichen. Beamte – Angestellte – Beamte. Um noch Einen draufzusetzen:  Bei der Sozialversicherung gelten Vorbereitungsdienstler als „rentenversicherungspflichtige Praktikanten mit dem Personengruppenschlüssel 105“. Also sind sie angestellte Praktikanten mit Anwärterbesoldung?

Hier muss der Freistaat kräftig aufräumen, um bei dem künftigen Rennen um den Lehrernachwuchs mit anderen Bundesländern mithalten zu können. Dazu gehört auch, die Absolventen des 1. Staatsexamens zunächst einmal hier zu behalten. 2010 wurden drei Viertel der Bewerber für den Vorbereitungsdienst abgelehnt. Nur 89 der 323 Bewerber im Grundschulbereich bekamen eine Zusage. Bei der Mittelschule waren es 88 von 156.

Daher fordert die GEW Sachsen*:

  • Bereitstellung von jährlich mindestens 1.500 Stellen im Vorbereitungsdienst ab dem Doppelhaushalt 2013/14 und sofortige Aufhebung der Zulassungsbeschränkungen für den Vorbereitungsdienst
  • Ausgleich der finanziellen Benachteiligung der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst aufgrund ihres öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnisses gegenüber dem Beamtenverhältnis auf Widerruf durch Erhöhung der Ausbildungsvergütung auf mindestens 1.500 Euro brutto und Zahlung einer jährlichen Zuwendung ("Weihnachtsgeld")

Burkhard Naumann
Sprecher der Jungen GEW Sachsen

 

* Der gesamte Forderungskatalog für den Lehrernachwuchs befindet sich auf der Website der GEW Sachsen.

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